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Aus Renditegesichtspunkten oft attraktiv

So mancher Anleger ist bei der Suche nach attraktiven Rentenpapieren schon auf Angebote von ausländischen Emittenten gestoßen. Besonders hohe Renditen versprechen im Bereich ausländischer Anleihen vor allem Papiere, die in einer fremden Währung notieren. In der Vergangenheit waren in diesem Zusammenhang beispielsweise türkische Staatsanleihen oder Staatsanleihen aus Argentinien sehr beliebt. Diese bieten mit einer Verzinsung von etwa 10 bis 15 Prozent teilweise zwischen 5 und 10 Prozent mehr Rendite als vergleichbare Anleihen der Bundesrepublik Deutschland. Ein ähnliches Verhältnis bei den Renditen ergibt sich auch bei Unternehmensanleihen. So mancher Anleger neigt deshalb dazu, sein Geld in die hochverzinsten Papiere anzulegen, statt sich mit Magerrenditen im eigenen Währungsraum zufrieden zu geben.

Enorme Risiken bei ausländischen Anleihen?

Gerade Anleger, die wenig Erfahrung und geringe Finanzmarktkenntnisse besitzen, halten Auslandsanleihen oft für ein todsicheres Geschäft. Allerdings bringen diese Schuldverschreibungen ganz enorme Risiken mit sich. Denn zusätzlich zu dem ohnehin vorhandenen Bonitätsrisiko bei der Anlege in Anleihen, bringen Fremdwährungsanleihen logischerweise auch noch das sogenannte Währungsrisiko mit sich. Demnach besteht ein erhöhtes Risiko bei ausländischen Staatsanleihen nicht nur aufgrund der geringeren Bonität und dem damit verbundenen, erhöhten Ausfallrisiko, sondern auch aufgrund der Währungsrisiken. Gerade letztere führen oft zu empfindlichen Verlusten, die den Zinsvorteil gegenüber inländischen Anleihen mehr als überkompensieren können.

In der Vergangenheit meist kein gutes Geschäft

Die Anlage in Fremdwährungsanleihen war in der Vergangenheit meistens ein eher schlechtes Geschäft für die Anleger. Denn nicht nur die Abwertung der entsprechenden Währungen führte in vielen Fällen zu Verlusten, sondern auch zahlreiche Ausfälle bei Auslandsanleihen. Ein populäres Beispiel hierfür sind argentinische Staatsanleihen, bei denen Anleger aus Deutschland teilweise noch immer auf hohen Verlusten sitzen, weil der südamerikanische Staat seinen Verpflichtungen seit Jahren nicht mehr regelmäßig nachkommt. Auch Anleihen aus Venezuela sind akut ausfallgefährdet. Oft spielen aber auch politische Risiken eine wichtige Rolle. Denn in der Vergangenheit kam es immer wieder vor, dass Anleihen einfach nicht getilgt wurden, obwohl der Schuldner solvent genug gewesen wäre. Allerdings bieten Auslandsanleihen auch Chancen. Wichtig ist hier vor allem, wann man ein solches Engagement eingeht. Ein Investment in eine Fremdwährungsanleihe kann durchaus interessant sein, wenn die Währung stark unterbewertet ist.

Welche Arten von Anleihen gibt es?

Anleihen – eine beliebte Assetklasse

Die sogenannten Anleihen, Obligationen, Schuldverschreibungen oder Renten sind eine bei konservativeren Anlegern sehr beliebte Assetklasse. Anleihen gibt es in den verschiedensten Ausgestaltungen, sodass sich Anleger mit den verschiedensten Ansprüchen und Risikoneigungen in Anleihen engagieren können. Bekannte Varianten sind zum Beispiel Staatsanleihen, Optionsanleihen, Wandelanleihen, Bundesschatzbriefe und Pfandbriefe. Die meistens Anleihen können über die Börse gehandelt werden und unterliegen deshalb gewissen Kursschwankungen.

Staatsanleihen/Bundesschatzbriefe

Anleihen, die vom Staat ausgegeben werden, gelten als besonders sichere Art der Geldanlage, da das Ausfallrisiko sehr gering ist. Immerhin ist es eher unwahrscheinlich, dass der Staat insolvent wird. Staatsanleihen bieten daher üblicherweise eine deutlich geringere Rendite als zum Beispiel Industrieobligationen. Allerdings gibt es auch bei Staatsanleihen große Unterschiede. Denn wie sicher eine Staatsanleihe ist, hängt immer von der Bonität des jeweiligen Landes ab. Eine argentinische Staatsanleihe ist sicherlich riskanter als eine Industrieobligation von Siemens oder eine Staatsanleihe der Bundesrepublik Deutschland. Eine Sonderform der Staatsanleihe ist der Bundesschatzbrief. Bundesschatzbriefe werden laufend von der Bundesfinanzagentur ausgegeben, haben eine feste Laufzeit und bieten eine Verzinsung, die jedes Jahr ansteigt. Wegen der gestaffelten Verzinsung werden Schatzbriefe auch als Step Up Bonds bezeichnet.

Optionsanleihen und Wandelanleihen

Bei den Optionsanleihen und Wandelanleihen handelt es sich um Sonderformen der Schuldverschreibung. Wandelanleihen sind von einer Aktiengesellschaft ausgegebene Anleihen, bei denen der Inhaber der Anleihe das Recht hat, die Wandelanleihe in einem festgelegten Verhältnis in Aktien des ausgebenden Unternehmens umzutauschen. Wandelanleihen bieten also nicht nur den für Schuldverschreibungen üblichen Zinskupon, sondern auch die Möglichkeit, an steigenden Aktienkursen des Unternehmens zu partizipieren. Optionsanleihen entsprichen in ihrer Ausgestaltung weitestgehend der Wandelanleihe. Allerdings besteht bei der Optionsanleihe die Schuldverschreibung auch dann bis zum Ende der Laufzeit weiter, wenn während der Laufzeit vom Optionsrecht Gebrauch gemacht wird. Bei der Wandelschuldverschreibung ist die Anleihe hingegen zum Zeitpunkt des Wandels fällig. Dieser kann logischerweise auch vor dem Laufzeitende, nämlich innerhalb der Wandlungsfrist liegen. Beide Anleihen werden auch als Reverse Convertibles angeboten, sodass das Wandlungsrecht nicht beim Inhaber, sondern beim Schuldner liegt. Diese Anleihen sind mit einem erhöhten Risiko verbunden, da die Aktien während der Laufzeit massiv fallen und somit zu Verlusten führen können, wenn der Schuldner dann die Wandlung anstrebt.

Pfandbriefe

Diese Anleihen gelten als besonders sichere Art der Geldanlage. Gegenüber gewöhnlichen Schuldverschreibungen wird eine Reduktion des Risikos dadurch erreicht, dass Pfandbriefe durch hinterlegte Sicherheiten abgesichert werden. Sollte der Schuldner seinen Verpflichtungen aus einer Pfandbriefemission nicht mehr nachkommen können und ein Ausfall drohen, können die Gläubiger auf die verpfändete Pfandbriefsicherheit zurückreifen. Das Ausfallrisiko bei Pfandbriefanlagen ist also deutlich geringer als bei normalen Schuldverschreibungen ohne eine solche Pfandsicherheit. Meistens werden Pfandbriefe von Banken und großen Industrieunternehmen ausgegeben.

Auswirkung der Finanzkrise auf die eigene Altersversorgung

Viele Anleger sind verunsichert – die Finanzkrise hat zu ganz erheblichen Verwerfungen an den Kapitalmärkten geführt. Selbst große und etablierte Indizes haben hohe Verluste erlitten. Auch vermeintlich sichere Anlageformen wie Rentenfonds sind unter Druck geraten, einzelne Anleihen sind sogar ausgefallen. Oft stellt sich daher auch die Frage, inwiefern die eigene Altersvorsorge von der Finanzkrise betroffen ist. Allgemeines zum Thema Finanzkriese finden Sie in dem Spezial zur Finanzkriese der WiWo.

Massive Verluste bei Fondsrenten

Die bei vielen Leuten beliebten Fondsrenten haben besonders stark unter der Finanzkrise zu leiden. Durch die starken Verluste an den Aktienmärkten haben die Fondsrenten deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Bei einem Rentenbeginn zum jetzigen Zeitpunkt fällt die private Rente aus einer Fondsrentenversicherung deutlich geringer aus als noch vor zwei Jahren. Beruhigend für jüngere Anleger: Die Kapitalmärkte werden sich wahrscheinlich auf lange Sich wieder erholen, sodass die momentanen Verluste nur von temporärer Natur sein dürften.

Selbst konservative Anlagen sind betroffen

Wer beispielsweise eine Lebensversicherung als private Altersvorsorge abgeschlossen hat oder Altersvorsorge mit Hilfe einer privaten Rentenversicherung betreibt, ist zwar nicht unmittelbar von der Finanzkrise betroffen, spürt aber mittelbar die Auswirkungen. Denn Lebensversicherer und Rentenversicherungen legen ihr Geld natürlich auch am Kapitalmarkt an. Dadurch haben auch zahlreiche Versicherer erhebliche Verluste erlitten. Für Sparer, bei denen der Rentenantritt bevor steht, bedeutet dies deutlich Einbußen.

Folgen der Finanzkrise wirken sich auf jede Altersvorsorge aus

Die starken Verwerfungen durch die Finanzkrise wirken sich immer direkt oder zumindest indirekt auf die Altersvorsorge aus. Inwiefern dies nachhaltige Konsequenzen hat, hängt vor allem von der Form der Altersvorsorge ab. Kurzfristige Verkehrswerteinbußen bei Immobilien sind beispielsweise irrelevant für eine langfristige Altersvorsorge mit Immobilien. Auch die gesehenen Einbrüche an den Aktienmärkten müssen sich nicht unbedingt negativ auf die Altersvorsorge auswirken. Wer sich zurzeit noch in der Ansparphase befindet, profitiert sogar von niedrigeren Einstiegspreisen.

Welche Formen der Altersvorsorge gibt es?

Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge

Das die private Altersvorsorge immer wichtiger wird, ist kein Geheimnis. Spätestens seit die Verschärfung des demographischen Wandels die gesetzliche Rentenversicherung als eine Art Schneeballsystem enttarnt hat, ist offensichtlich, dass im Alter nur dann ein angemessener Lebensstandard gehalten werden kann, wenn private Altersvorsorge betrieben wird. Doch welche Formen der privaten Altersvorsorge gibt es eigentlich und welche Möglichkeiten hat man, mit diesen Formen der Altersvorsorge unabhängig zu werden, von der gesetzlichen, umlagenfinanzierten Rentenversicherung?

Immobilien & Eigenheim

Eine solide und bewährte Form der Altersvorsorge ist Immobilieneigentum. Wer eine eigene Immobilie besitzt und diese selbst bewohnt, spart die Kosten für die Miete und hat so einen größeren finanziellen Spielraum. Auch Immobilieneigentum, das nicht selbst genutzt wird, sondern ständig vermietet wird, eignet sich hervorragend als Altersvorsorge. Durch laufende Mieteinnahmen wird ein passives Einkommen erzielt, das eventuelle Einkommenseinbußen im Alter ausgleichen kann. Fremdgenutzte Immobilien bieten außerdem Steuervorteile und sind damit auch schon im Erwerbsalter interessant. Immobilien sind aus steuerlichen Gründen deutlich vorteilhafter als beispielsweise Aktien oder andere Anlageprodukte. Wer nicht direkt in Immobilien investieren will, kann sich über offenen Immobilienfonds oder geschlossene Beteiligungen engagieren.

Lebensversicherungen

Die Lebensversicherung ist bei den Deutschen ein besonders beliebtes Produkt für die private Altersvorsorge. Zeitweise gab es in Deutschland mehr Lebensversicherungen als Einwohner. Das lag aber vor allem auch daran, dass die Lebensversicherung viele Vorteile bot, die mittlerweile durch Gesetzesänderungen größtenteils beschnitten wurden. Früher waren die Erträge aus Lebensversicherungen beispielsweise nach einer Vertragslaufzeit von mindestens 12 Jahren steuerfrei. Heute müssen die Erträge hingegen grundsätzlich besteuert werden, was die Lebensversicherung weniger attraktiv macht. Aus Renditegesichtspunkten entscheiden sich viele Menschen bei der Wahl der Lebensversicherung für eine englische Police. Britische Versicherungen erwirtschaften meistens deutlich höhere Renditen, da diese sich stärker am Aktienmarkt engagieren können.

Rentenversicherungen

Die privaten Rentenversicherungen sind vor allem seit der Einführung der sogenannten Riester- und Rürup Rente sehr beliebt. Diese staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge eignet sich sowohl für Arbeitnehmer als auch für Selbstständige. Rentenversicherungen sind eine der sichersten Formen der privaten Altersvorsorge, bringen aber meistens nur moderate Renditen. Oft lohnen sich die privaten Rentenversicherungen sogar nur aufgrund der staatlichen Förderung. Bei Rentenversicherungen garantiert der Anbieter eine Mindestverzinsung, die aber meistens nur auf Sparbuchniveau liegt.