Anleihen – eine beliebte Assetklasse
Die sogenannten Anleihen, Obligationen, Schuldverschreibungen oder Renten sind eine bei konservativeren Anlegern sehr beliebte Assetklasse. Anleihen gibt es in den verschiedensten Ausgestaltungen, sodass sich Anleger mit den verschiedensten Ansprüchen und Risikoneigungen in Anleihen engagieren können. Bekannte Varianten sind zum Beispiel Staatsanleihen, Optionsanleihen, Wandelanleihen, Bundesschatzbriefe und Pfandbriefe. Die meistens Anleihen können über die Börse gehandelt werden und unterliegen deshalb gewissen Kursschwankungen.
Staatsanleihen/Bundesschatzbriefe
Anleihen, die vom Staat ausgegeben werden, gelten als besonders sichere Art der Geldanlage, da das Ausfallrisiko sehr gering ist. Immerhin ist es eher unwahrscheinlich, dass der Staat insolvent wird. Staatsanleihen bieten daher üblicherweise eine deutlich geringere Rendite als zum Beispiel Industrieobligationen. Allerdings gibt es auch bei Staatsanleihen große Unterschiede. Denn wie sicher eine Staatsanleihe ist, hängt immer von der Bonität des jeweiligen Landes ab. Eine argentinische Staatsanleihe ist sicherlich riskanter als eine Industrieobligation von Siemens oder eine Staatsanleihe der Bundesrepublik Deutschland. Eine Sonderform der Staatsanleihe ist der Bundesschatzbrief. Bundesschatzbriefe werden laufend von der Bundesfinanzagentur ausgegeben, haben eine feste Laufzeit und bieten eine Verzinsung, die jedes Jahr ansteigt. Wegen der gestaffelten Verzinsung werden Schatzbriefe auch als Step Up Bonds bezeichnet.
Optionsanleihen und Wandelanleihen
Bei den Optionsanleihen und Wandelanleihen handelt es sich um Sonderformen der Schuldverschreibung. Wandelanleihen sind von einer Aktiengesellschaft ausgegebene Anleihen, bei denen der Inhaber der Anleihe das Recht hat, die Wandelanleihe in einem festgelegten Verhältnis in Aktien des ausgebenden Unternehmens umzutauschen. Wandelanleihen bieten also nicht nur den für Schuldverschreibungen üblichen Zinskupon, sondern auch die Möglichkeit, an steigenden Aktienkursen des Unternehmens zu partizipieren. Optionsanleihen entsprichen in ihrer Ausgestaltung weitestgehend der Wandelanleihe. Allerdings besteht bei der Optionsanleihe die Schuldverschreibung auch dann bis zum Ende der Laufzeit weiter, wenn während der Laufzeit vom Optionsrecht Gebrauch gemacht wird. Bei der Wandelschuldverschreibung ist die Anleihe hingegen zum Zeitpunkt des Wandels fällig. Dieser kann logischerweise auch vor dem Laufzeitende, nämlich innerhalb der Wandlungsfrist liegen. Beide Anleihen werden auch als Reverse Convertibles angeboten, sodass das Wandlungsrecht nicht beim Inhaber, sondern beim Schuldner liegt. Diese Anleihen sind mit einem erhöhten Risiko verbunden, da die Aktien während der Laufzeit massiv fallen und somit zu Verlusten führen können, wenn der Schuldner dann die Wandlung anstrebt.
Pfandbriefe
Diese Anleihen gelten als besonders sichere Art der Geldanlage. Gegenüber gewöhnlichen Schuldverschreibungen wird eine Reduktion des Risikos dadurch erreicht, dass Pfandbriefe durch hinterlegte Sicherheiten abgesichert werden. Sollte der Schuldner seinen Verpflichtungen aus einer Pfandbriefemission nicht mehr nachkommen können und ein Ausfall drohen, können die Gläubiger auf die verpfändete Pfandbriefsicherheit zurückreifen. Das Ausfallrisiko bei Pfandbriefanlagen ist also deutlich geringer als bei normalen Schuldverschreibungen ohne eine solche Pfandsicherheit. Meistens werden Pfandbriefe von Banken und großen Industrieunternehmen ausgegeben.
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