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Auswirkung der Finanzkrise auf die eigene Altersversorgung

Viele Anleger sind verunsichert – die Finanzkrise hat zu ganz erheblichen Verwerfungen an den Kapitalmärkten geführt. Selbst große und etablierte Indizes haben hohe Verluste erlitten. Auch vermeintlich sichere Anlageformen wie Rentenfonds sind unter Druck geraten, einzelne Anleihen sind sogar ausgefallen. Oft stellt sich daher auch die Frage, inwiefern die eigene Altersvorsorge von der Finanzkrise betroffen ist. Allgemeines zum Thema Finanzkriese finden Sie in dem Spezial zur Finanzkriese der WiWo.

Massive Verluste bei Fondsrenten

Die bei vielen Leuten beliebten Fondsrenten haben besonders stark unter der Finanzkrise zu leiden. Durch die starken Verluste an den Aktienmärkten haben die Fondsrenten deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Bei einem Rentenbeginn zum jetzigen Zeitpunkt fällt die private Rente aus einer Fondsrentenversicherung deutlich geringer aus als noch vor zwei Jahren. Beruhigend für jüngere Anleger: Die Kapitalmärkte werden sich wahrscheinlich auf lange Sich wieder erholen, sodass die momentanen Verluste nur von temporärer Natur sein dürften.

Selbst konservative Anlagen sind betroffen

Wer beispielsweise eine Lebensversicherung als private Altersvorsorge abgeschlossen hat oder Altersvorsorge mit Hilfe einer privaten Rentenversicherung betreibt, ist zwar nicht unmittelbar von der Finanzkrise betroffen, spürt aber mittelbar die Auswirkungen. Denn Lebensversicherer und Rentenversicherungen legen ihr Geld natürlich auch am Kapitalmarkt an. Dadurch haben auch zahlreiche Versicherer erhebliche Verluste erlitten. Für Sparer, bei denen der Rentenantritt bevor steht, bedeutet dies deutlich Einbußen.

Folgen der Finanzkrise wirken sich auf jede Altersvorsorge aus

Die starken Verwerfungen durch die Finanzkrise wirken sich immer direkt oder zumindest indirekt auf die Altersvorsorge aus. Inwiefern dies nachhaltige Konsequenzen hat, hängt vor allem von der Form der Altersvorsorge ab. Kurzfristige Verkehrswerteinbußen bei Immobilien sind beispielsweise irrelevant für eine langfristige Altersvorsorge mit Immobilien. Auch die gesehenen Einbrüche an den Aktienmärkten müssen sich nicht unbedingt negativ auf die Altersvorsorge auswirken. Wer sich zurzeit noch in der Ansparphase befindet, profitiert sogar von niedrigeren Einstiegspreisen.

Welche Formen der Altersvorsorge gibt es?

Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge

Das die private Altersvorsorge immer wichtiger wird, ist kein Geheimnis. Spätestens seit die Verschärfung des demographischen Wandels die gesetzliche Rentenversicherung als eine Art Schneeballsystem enttarnt hat, ist offensichtlich, dass im Alter nur dann ein angemessener Lebensstandard gehalten werden kann, wenn private Altersvorsorge betrieben wird. Doch welche Formen der privaten Altersvorsorge gibt es eigentlich und welche Möglichkeiten hat man, mit diesen Formen der Altersvorsorge unabhängig zu werden, von der gesetzlichen, umlagenfinanzierten Rentenversicherung?

Immobilien & Eigenheim

Eine solide und bewährte Form der Altersvorsorge ist Immobilieneigentum. Wer eine eigene Immobilie besitzt und diese selbst bewohnt, spart die Kosten für die Miete und hat so einen größeren finanziellen Spielraum. Auch Immobilieneigentum, das nicht selbst genutzt wird, sondern ständig vermietet wird, eignet sich hervorragend als Altersvorsorge. Durch laufende Mieteinnahmen wird ein passives Einkommen erzielt, das eventuelle Einkommenseinbußen im Alter ausgleichen kann. Fremdgenutzte Immobilien bieten außerdem Steuervorteile und sind damit auch schon im Erwerbsalter interessant. Immobilien sind aus steuerlichen Gründen deutlich vorteilhafter als beispielsweise Aktien oder andere Anlageprodukte. Wer nicht direkt in Immobilien investieren will, kann sich über offenen Immobilienfonds oder geschlossene Beteiligungen engagieren.

Lebensversicherungen

Die Lebensversicherung ist bei den Deutschen ein besonders beliebtes Produkt für die private Altersvorsorge. Zeitweise gab es in Deutschland mehr Lebensversicherungen als Einwohner. Das lag aber vor allem auch daran, dass die Lebensversicherung viele Vorteile bot, die mittlerweile durch Gesetzesänderungen größtenteils beschnitten wurden. Früher waren die Erträge aus Lebensversicherungen beispielsweise nach einer Vertragslaufzeit von mindestens 12 Jahren steuerfrei. Heute müssen die Erträge hingegen grundsätzlich besteuert werden, was die Lebensversicherung weniger attraktiv macht. Aus Renditegesichtspunkten entscheiden sich viele Menschen bei der Wahl der Lebensversicherung für eine englische Police. Britische Versicherungen erwirtschaften meistens deutlich höhere Renditen, da diese sich stärker am Aktienmarkt engagieren können.

Rentenversicherungen

Die privaten Rentenversicherungen sind vor allem seit der Einführung der sogenannten Riester- und Rürup Rente sehr beliebt. Diese staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge eignet sich sowohl für Arbeitnehmer als auch für Selbstständige. Rentenversicherungen sind eine der sichersten Formen der privaten Altersvorsorge, bringen aber meistens nur moderate Renditen. Oft lohnen sich die privaten Rentenversicherungen sogar nur aufgrund der staatlichen Förderung. Bei Rentenversicherungen garantiert der Anbieter eine Mindestverzinsung, die aber meistens nur auf Sparbuchniveau liegt.